Vor der Gründung des EHCB’s weilten in Davos gut betuchte meist ausländische Kurgäste in speziellen Sanatorien und hofften auf Genesung Ihrer Tuberkulose Krankheit. In der Zeit wurde im Davoser Eispalast, wo hiess das Freilichteis mit Tribüne, nicht nur das Eiskunstlaufen ausgeübt, sondern auch «Bandy» gespielt, eine Art Vorläufer des Eishockeys. Es waren später vor allem die Davoser Bibi Torriani, Hans und Pic Cattini die dem Schweizer Eishockeysport einen Namen gaben. Die sportlichen Erfolge wirkten umso tiefer, als sie in eine Zeit fielen, da das Schweizervolk, bedroht von den Diktaturen im Norden und Süden, sich ganz auf sich selbst stellen musste. Was Wunder, dass die jungen Bassersdorfer alle ein Bibi Torriani werden wollten?

Die Gründer des Eishockey-Clubs Bassersdorf bildeten schon vor der offiziellen Clubbesiegelung im Kriegsjahr 1940, einen Verein. Sie alle lebten, verglichen mit heute, in recht bescheidenen Verhältnissen und so wurde denn das Eigental zum Arbeits- und Tummelplatz, zum Training- und Spielfeld, zum Ort jugendlichen Glücks schlechthin. Was tat’s, dass das Eis oft Risse aufwies oder körnig war? Die Klammerschlittschuhe, mit denen sie anfänglich spielten, hatten eine recht breite Gleitschiene und ermöglichten ein Fahren auch auf schlechtem Eis! Was tat’s, dass sie noch keine Tore hatten? Mit zwei Taschentüchern liess sich das Tor recht gut markieren! Und was tat’s, dass sich manch einer noch keinen rechten Eishockeystock leisten konnte? Im nahen Walde fand er bestimmt einen passenden Stecken!  

Bald aber hatten sie die Erfahrung zu machen, dass eine gewisse Organisation unabdingbar sei, wollten sie sich mit anderen Mannschaften im Wettkampf messen. So bestimmten sie den fürs erste einen Spielleiter und einen Kassier und bezahlten einen regelmässigen Monatsbeitrag von 20 Rappen! Damit hatten sie die offizielle Gründung des Jahres 1940 vorbereitet. Diese ergänzte lediglich Ihre bereits bestehende Organisation der beiden Mannschaften A und B.

Sie allein hatten, oft in kalten Winternächten, das Eisfeld vom Schnee zu reinigen, sie allein mussten mit ihrem Geld für all die Anschaffungen aufkommen. Das führte dazu, dass sie eine erfreulich enge Beziehung zum Club bekamen. Gründungsmitglieder waren: Rudolf Alder, Hans Bitterlin, Willi Buchmann, Max Christen, Charles Frei, Edy Graf, Fritz Griesser, Hans Isler, Arthur Kägi, Max Kägi, Willi Kägi, Dr. Hans Morf, Gottfried Schmid, Walter Schmid, Heinrich Rüegg.

Im Herbst 1942 nahm man die Banden in Angriff – ein happiges Unternehmen. Zur Finanzierung musste jedes Aktivmitglied mindestens einen Anteilschein zu Fr.  5.-- kaufen. Mit einem kleinen Turnier im Eigental gegen Seebach, Illnau und Bülach weihte man, mit Stolz, die Banden am 17.1.1943 ein. Anders als heute kostete das Eigental-Eis nichts. Aber dafür musste harte Arbeit und viel Mühe aufgebracht werden. Für eine Stunde Eishockeyspiel musste man 6 Stunden arbeiten. Im Spätherbst wurde der Bach gestaut, darauf folgte der Bandentransport mit Ross und Wagen. Dafür konnte man regelmässig gegen Weihnachten bis anfangs März auf «tragendes Eis» zählen. Natürlich forderten Warmwettereinbrüche, unerwarteter Schneefall jedes Mal ein grosses Mass an Räumungseinsätzen. Schlimmer als die Eisvorbereitung war das Abräumen und „Entstauen“ im Frühling. Es waren doch immer die Gleichen, die diese Arbeit verrichteten. Wie oft musste man waghalsig auf einer Art Floss die schwimmenden Bandenbretter aus dem Wasser ziehen.

1945 wurde erstmals über ein einheitliches Tenue gesprochen. Es wurde festgehalten, dass der EHC Bassersdorf weisse Leibchen mit dem Wappen auf der Brust, blaue Hosen, blaue Strümpfe mit 2 weissen Streifen besorgt. Konnte man früher Matchabsprachen mit befreundeten Clubs ohne Schwierigkeiten und ohne viel Administration vereinbaren, war dies je länger je weniger möglich, da mehr und mehr Clubs in den Verband eintraten, der „wilde“ Spiele untersagte. So kam es, dass auch der EHCB wohl oder übel 1947 um eine Mitgliedschaft nachsuchte.

1948 stand das Thema neues Eisfeld auf dem Traktandum. Ja Sie hören richtig, die immer wieder kehrende «Eisfrage» war schon vor über 70 Jahren auf dem Papier. Es wurden erneute Verhandlungen mit dem Grundstückbesitzer des Breitelau aufgenommen. Leider versickerten alle Bemühungen für ein neues Eisfeld im Acker von Breitelau.

Im Dezember 1950 fuhr man erstmals nach Arosa ins Trainingslager, nachdem man schlechte Bedingungen in Klosters und Montana vorgefunden hatte. Man merkte, Arosa war dank seiner Meistermannschaft eine Eishockeyhochburg. Der internationale berühmte Stürmer Hans-Martin Trepp, fand es nicht unter seiner Würde, ein bis zweimal mit dem EHCB Katz und Maus zu spielen. Man bedenke, der EHCB fährt noch heute nach Arosa ins Trainingslager, gewisse Sachen ändern sich nie.

Nun schienen die Anfangsschwierigkeiten endlich überwunden zu sein. Auch für die zweite Mannschaft wurden Ausrüstungen angeschafft. Und wieder machte man sich auf die Suche nach einem neuen Standort für ein Eisfeld. Das Grundstück Bärwies, ein idealer Platz, musste ebenfalls ad acta gelegt werden, da unverkäuflich. Inzwischen reifte das Projekt Kunsteisbahn Kloten heran. Die von Bassersdorf geleistete Fronarbeit beim Bau, wurde von der Genossenschaft gebührend verdankt. In erster Linie ein Verdienst von Charles Frei. Am 30. November 1958 war es soweit, die K.E.B Kloten späterer Kloten-Schluefweg wurde eröffnet. Dr. Johannes Schindler, der damalige EHCB Präsident führte die Verhandlungen mit Kloten. Geregelte Trainings- und Spielzeiten waren fortan gesichert, und dies bis zum heutigen Tage.

Die sechziger Jahre kennzeichneten sich durch besonders viele Aktivitäten rund um den Club. Cupspiele dienten als Vorbereitung für die Meisterschaft. 1962 organisierte man erstmals einen Chlausball im Rest. Freihof, (von dem übrigens noch heute erzählt wird) dem ein voller Erfolg beschieden war. Schliesslich war es auch der EHCB, der über mehrere Jahre in Bassersdorf das Fussball Grümpelturnier organisierte, bis dieses später an den neu gegründeten Fussballclub abgetreten wurden.

Aufstieg in die erste Liga.  Im Winter 1972/73 übernahm der tschechische internationale Vaclav Rozinak den Trainerposten beim EHCB. Prompt führte er die erste Mannschaft in die Aufstiegsspiele, völlig überraschend überstanden sie diese. Die mündliche Zusage für ein weiteres Jahr von Rozinak lag vor, doch er liess nichts mehr von sich hören. Auf der Suche nach einem neuen Trainer, fand man diesen in der Person von Roland von Mentlen. In der nächsten Saison landete der EHCB zusammen mit Wallisellen auf dem letzten Platz der Rangliste. Ein Entscheidungsspiel in Winterthur besiegelte dann das Schicksal unserer Mannschaft.

1976/1977 nahm die Senioren Mannschaft an Gestalt an, selbst Gründer fanden sich nun wöchentlich zum Eistraining ein. Die 1. Mannschaft hatte sich in der zweiten Liga etabliert, Platzierungen in der vorderen Hälfte der Tabelle waren zu jener Zeit an der Tagesordnung.

1999 gelang unserer Senioren Mannschaft das fast Unmögliche! Sie stiegen in die höchste Liga A auf. Ihre Gegner hiessen neu Dübendorf, Winterthur, Rapperswil, Zug, Chur und Kloten, wo sie sich mit ehemaligen NLA und NLB Namen wie Schlagenhauf,  Rauch & Co. messen durften.

60 Jahre EHCB, feierten wir im Jahr 2000. Mittlerweile bestritten unsere 4 Mannschaften 45 Meisterschaftsspiele in der 2. / 4. Liga und bei den Senioren A / Veteranen B. Im Jahr 2002 besiegelte der EHCB eine neue Zusammenarbeit mit dem EHC Kloten Flyers in Sachen Nachwuchs-Ausbildung, um neue Wege zu gehen, damit das Nachziehen des Nachwuchses gesichert war.

In dieser Zeit war Sorgenkind Nr. 1 unsere 1. Mannschaft. Man kämpfte fast ununterbrochen gegen den Abstieg. Gegner hielten bereits Wetten ab, wann es BasiONE, so heisst die 2. Liga Mannschaft seit einigen Jahren, an den Kragen geht. Bisher galt das Motto „Bassersdorf ist unabstiegbar“ und es hielt zum Glück an, wenn auch ein paar Mal mit Ach und Krach. Wir erinnern uns ungern an das Entscheidungsspiel auf neutralem Boden in Kreuzlingen gegen Flims. Bassersdorf schaffte den Liga Erhalt erst in der Verlängerung mit dem „Golden Tor“. 

70 Jahre EHC Bassersdorf, wollte der Club gebührend feiern, als zweitältester Sportverein in Bassersdorf, war dies quasi Pflicht. Kurzerhand hatte man die Turnhalle in der bxa Sportanlage (ehemals Swissair) umfunktioniert und es wurde zum GALA Dinner geladen. Festwirt Fredy Wepfer und der amtierende Präsident Adi Hofer hatten sich wieder mal voll ins Zeug gelegt und neue Dimensionen erreicht. Viele ehemalige Akteure fanden den Weg zum Grossanlass. Und just zum 70-jährigen Jubiläum übernahm der EHC Bassersdorf, die in Wallisellen nicht mehr erwünschte Damenmannschaft. Eines der Beispiele, wenn ein Club über seinen Verhältnissen lebt.

Was man in jungen Jahren zelebrierte, das verlernt man im Alter nicht. So lud H.U. Schmid und A. Gnehm 2011 zum ersten Basi Oldie Treff ein. Gut 30 alte Hockey Cracks haben der Einladung Folge geleistet und einen unvergesslichen Tag in alter Erinnerung erlebt. Ein zweites Treffen erfolgte ebenfalls mit grosser Anteilnahme im 2019, man munkelt die letzten Mohikaner gingen bei Tagesanbruch zu Bett.

Der Club forderte die Mannschaften auf, sich wieder mehr für den Verein einzusetzen. BasiONE kam prompt mit dem Vorschlag ein neues zeitgerechtes Clublogo zu kreieren. Sehr zum Bedauern von Erwin Leimbacher, der das erste EHCB Logo kreiert hatte, wurde der neue Auftritt umgesetzt, denn man sollte mit der Zeit gehen und die jungen Spieler aktiv mitbestimmen lassen.

Unsere BasiLadies hatten sich super eingelebt und Ihren Platz im Club gefunden. Sie belegten in den letzten Jahren Plätze unter den Top 3 und das in der zweithöchsten Frauenliga. Dem Clubleben verliehen sie neuen Aufschwung und mehr Zusammenhalt. Zudem schaffte BasiTWO 2012 mit viel Herzblut den Aufstieg in die 3. Liga, leider ein Jahr später der erneute Abstieg und danach wieder den Aufstieg. Ein Wechselbad der Gefühle…

Wie schon in den Anfängen des EHCB’s war wieder einmal das Thema eigene Eisbahn auf dem Papier. Die Kloten Flyers suchten zusätzliche Trainingsmöglichkeiten und hatten bereits einen Investor an der Hand. Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde Bassersdorf wurde von Gemeinderat vorzeitig und kategorisch abgelehnt, es kam gar nicht zur Volksabstimmung und somit war das Eishallen Projekt für den EHCB wieder einmal mehr beerdigt.

Anlässlich des 75 Jahre-Jubiläums kaufte der EHCB eine Mannsgrosse Hockeyfigur von Kloten und bemalte diese in den Basi Farben. Das wunderschöne Kunstwerk, bemalt von Malermeister Peter Bernhard, fand an mehreren Standorten in Bassersdorf seinen Platz und präsentiert den EHCB bis heute.

Ein Wehrmutstropfen hatten wir allerdings zu verarbeiten. Erstmals seit der Einführung von BasiTWO musste der Club 2018 die Mannschaft auflösen. Die Spieler der 2. Mannschaft wurden bei den Senioren integriert, weil zu wenige Spieler aktiviert werden konnten.

2019 schrieb der EHC Bassersdorf doppelte Vereinsgeschichte. Gleich 2 Teams erreichten den Playoff Final. Nach einer sensationellen Saison scheiterten unsere BasiLadies zum dritten Mal an ihrem ewigen Angst-Gegner Brandis Juniors.  BasiONE übertraf alle Erwartungen!! Wenn man bedenkt, dass diese Mannschaft nach wie vor nur zweimal in der Woche trainiert, keine eigene Eisbahn besitzt, keine Gehälter bekommt, in Kloten vor mehr 7000 leeren Rängen spielt, ist diese Leistung hoch anzurechnen. Die sehr hohen Ziele von Coach Patrick Meichtry wurden umgesetzt und erst Dürnten, der ewige Meister konnte die müden Bassersdorfer Gruppensieger im Finalspiel stoppen. Die Enttäuschung war gross, doch Dürnten war leider eine Spur besser.

Wir schreiben das Jahr 2020. Seit März hat uns das Corona fest im Griff – kein Tag ohne Schlagzeilen – noch nie hat ein Thema über so lange Zeit die Medien gefüllt. Lockdown – Kurzarbeit – Homeoffice – Maskenpflicht – Geisterspiele – Schutzpläne für alle Sport und Eventanlässe sofern überhaupt welche durchgeführt werden dürfen. Für den EHCB ist es ein Jubiläumsjahr - 80 Jahre EHC Bassersdorf, ein Dorfverein schreibt Geschichte. Uns steht wohl eine der schwierigsten Saisons bevor. Wie gespielt werden kann und wie viele Spiele ausfallen – wegen Corona verschoben werden - wir werden wie immer an Flexibilität zulegen müssen. Bereits in der Vorbereitung hatte es einen Gegner von BasiONE getroffen und das Spiel musste wegen Corona und Quarantäne abgesagt werden.

Anlässlich unseres 80-jährigen Bestehens feiert der EHCB vom 14. November bis 20. Dezember 2020 auf dem Dorfplatz den «Eiszauber Bassersdorf». Ein eigens dafür aufgestelltes Eisfeld mit Fonduechalet und Outdoor Bar. Vom Eisstockschiessen über Eislaufen – Live Konzerte und fixe Reservationen im Fonduechalet - ein Fest für alle Dorfbewohner und Mitglieder. 

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©2020 Eiszauber Bassersdorf

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